Viele Betriebe hängen an Software, die niemand mehr pflegt. Mit KI lässt sich so ein Programm heute verstehen, anbinden und bei Bedarf ablösen, ohne dass jemand in den alten Code schauen muss.

In fast jedem Betrieb, mit dem ich spreche, gibt es eins: ein Programm, das seit Jahren läuft und ohne das nichts geht. Eine Access-Datenbank, eine alte Branchensoftware, ein selbst gebautes Excel-Werkzeug. Es läuft auf einem Rechner in der Ecke, den keiner anzufassen wagt. Updates gibt es nicht mehr, und wie es genau rechnet, weiß nur noch ein Kollege.
Damit sind Sie nicht allein. Das Beratungshaus Lünendonk hat 2025 über 150 IT- und Fachverantwortliche aus Mittelstand und Großunternehmen befragt. 62 % sagen, dass Teile ihrer geschäftskritischen Software so veraltet sind, dass sie erneuert werden müssen. In jedem zweiten Unternehmen ist der Weiterbetrieb dieser Altsysteme mittelfristig nicht gesichert.
Warum das alte Programm auch Automatisierung bremst
Ein altes Programm hat meist keine Schnittstelle. Andere Software kann ihm keine Daten schicken und keine abholen. Also tippt jemand ab: vom Programm in die Tabelle, von der Tabelle in die Buchhaltung. Jede Automatisierung endet an dieser Stelle.
Was sich mit KI geändert hat
Früher hieß Ablösen: Pflichtenheft schreiben, Monate analysieren, teuer neu entwickeln. Heute kann eine KI das alte Programm selbst bedienen, so wie ein Mensch am Bildschirm. Sie probiert jede Maske aus, notiert, was hineingeht und was herauskommt, und leitet daraus die Regeln ab. In den Code des alten Programms muss dafür niemand schauen.
Wie weit das inzwischen geht, zeigt ein Projekt aus diesem Herbst: Ein Entwickler hat mit Claude Nachbauten von sieben Adobe-Programmen begonnen, darunter Photoshop. Die Programme sind noch in einem frühen Stadium. Aber sie zeigen, dass der Aufwand für eigene Software stark gesunken ist.
In drei Schritten vom Altsystem zur Lösung
Ich gehe das nicht mit „wir bauen alles neu“ an, sondern in drei Schritten. Nach jedem können Sie entscheiden, ob es weitergeht.
1. Verstehen
Die KI bedient das Programm und schreibt eine verständliche Beschreibung: welche Eingaben, welche Ausgaben, welche Rechenregeln, welche Sonderfälle. Das Wissen hängt danach nicht mehr an einer Person. Dieser Schritt ist überschaubar und hat einen festen Preis.
2. Anbinden
Ein KI-Agent bedient das alte Programm für Sie oder holt die Daten heraus. So laufen Abläufe automatisch, obwohl das Programm bleibt, wie es ist. Niemand muss den alten Server abschalten.
3. Ablösen
Wenn es sich rechnet, entsteht auf Grundlage der Beschreibung ein neues Werkzeug, das genau das kann, was Sie brauchen, mit Schnittstellen für die Zukunft. Bei Bedarf läuft es auf eigener Hardware in Ihrem Haus.
Und rechtlich?
Wir arbeiten nur von außen: Die KI beobachtet, was das Programm tut, und liest keinen fremden Programmcode. Geschützt ist der Code, nicht die Funktion. Trotzdem prüfen wir vor jedem Projekt die Lizenzbedingungen der Software. Name und Logo des alten Programms werden nicht übernommen.
Passt das zu Ihnen?
Wenn bei Ihnen auch ein Rechner steht, den keiner abzuschalten traut, sprechen Sie mich an. Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam, welcher der drei Schritte sich bei Ihnen lohnt.
Quelle: Lünendonk-Studie „IT-Modernisierung zwischen Legacy, Cloud und KI“, Juli 2025, https://www.luenendonk.de/wp-content/uploads/2025/07/LUE_IT-Modernisierung_PI_f-1.pdf